01.

Was ist Therapeutisches Klettern? Niemand weiss es wirklich, denn es gibt bislang keine einheitliche Definition. Trotzdem merken immer mehr TherapeutInnen (so wie ich), dass man den PatientInnen einen echten Mehrwert in der Therapie bieten kann, wenn man die Kletterwand für Übungen und Bewegungsabläufe nutzt. Therapeutisches Klettern ist nicht «einfach klettern»!

So fördern die Bewegungen an der Kletterwand das Zusammenspiel der Muskeln mit viel Stabilisation der Gelenke und Wirbelsäule, die Beweglichkeit und das Gespür. Studienergebnisse aus verschiedenen Bereichen bestätigen dies. Der ganze Körper wird gleichzeitig gefordert und nichts kann «geschont» werden. Für viele sind die Kletterbewegungen ganz neu, dadurch gibt man eingeschliffene (Fehl- und Schon-)Haltungen auf und erlebt ein neues Bewegungsgefühl. Geeignet ist es zum Beispiel bei Bewegungsstörungen nach angeborenen oder erworbenen Hirnverletzungen, bei Skoliose oder anderen Rückenbeschwerden, Erkrankungen wie Parkinson und Multipler Sklerose. Klettern ist anstrengend und intensiv, umso grösser ist die Freude, wenn man eine Aufgabe, eine Übung bewältigen kann.

Für Selbstzahler können Therapie und Klettererlebnis ineinander fliessen, wir können das verbinden. Wenn wir mit ärztlicher Verordnung und Kostenträger Krankenkasse, Unfallversicherung oder IV  Physiotherapie durchführen, bleiben wir aber ganz klar bei unserem therapeutischen Auftrag und entsprechenden Inhalten. Dann stehen Übungen an der Kletterwand sowie viele andere physiotherapeutische Massnahmen im Vordergrund, Klettern an sich oder gar sichern lernen gehören nicht zur Therapie.

«An der Kletterwand schaffe ich es viel besser, Kraft aufzubauen, da ich mich immer irgendwo festhalten oder abstützen kann.»  R., 39 Jahre, MS-betroffene

«In die Physiotherapiepraxis mag meine Tochter nicht gehen, sie weigert sich. Zu Dir kommt sie gerne in die TherapieK., Mutter einer Tochter mit spastischer Cerebralparese

«Mein Ziel ist es, Klettern trotz meinen Unfallfolgen auch wieder als Sport ausüben zu können. Das tut mir besser als GerätetrainingS., 38 Jahre, nach einem schweren Unfall

Domizilbehandlungen

Ja, auch dies biete ich an und zwar sehr gerne. Es gibt Gründe, warum eine Person Physiotherapie benötigt, aber dazu nicht in die Praxis kommt. Zum Beispiel ist man (momentan) nicht mobil oder es ist sinnvoll, für den Alltag wichtige Dinge direkt im häuslichen Umfeld zu üben. Mit einer entsprechenden Physiotherapieverordnung für Domizilbehandlung komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Meine neurologische und allgemeine Ausbildung geben mir einen guten Boden, um auch mit schwerer betroffenen oder immobilen PatientInnen zu Hause zu arbeiten. Dies biete ich in Münsingen selbst an, leider kann ich nicht in die umliegenden Ortschaften kommen.

 
02.

In der Kletterhalle O’BLOC Ostermundigen bin ich als Instruktorin für Kletterkurse angestellt. In diesem Rahmen leite ich u.a. regelmässige Kurse für Kinder mit einem Handicap, Parkinsonbetroffene und Erwachsene mit einer Hirnverletzung. Dafür wechsle ich meine Rolle: ich bin in diesen Kursen nicht Physiotherapeutin und verfolge keine therapeutischen Ziele, sondern ermögliche den Kletterbegeisterten, die Sportart Klettern mit und trotz ihrer Einschränkung auszuüben. Oft geht es nämlich und macht mindestens so viel Spass wie allen anderen Kletterern auch!

«Ig chlättere meeegagärn!» S., 20 Jahre, hat eine spastische Cerebralparese

«Und ich darf sogar sichern lernen!!» M., 9 Jahre, hat auch eine spastische Cerebralparese

«Wir als Familie haben einen hohen Aufwand, damit ich in den Kletterkurs kommen kann. Aber es macht so Spass und es ist auch sehr abwechslungsreich!» G., 37 Jahre, Mutter von 3 Kindern, erlitt vor einigen Jahren eine Hirnblutung

«Sehr kompetente Leiterinnen» F., 51 Jahre, hat eine Halbseitenlähmung

 
03.

Schon seit einigen Jahren gebe ich Kurse für TherapeutInnen, um Klettern und Kletterbewegungen therapeutisch nutzen zu lernen.

Kurse für Physio- (und Ergo-)TherapeutInnen finden entweder in meiner ehemaligen Praxis Physiotherapie Laufwerk in Bern statt, wo wir an einer raumhohen kleinen Kletterwand die Vielseitigkeit der Kletterwand kennenlernen und in einer kleinen Gruppe lernen, dies gezielt für PatientInnen einzusetzen. Ausschreibung und Anmeldung für den jeweils nächsten Kurs findet man bei physiobern:

Oder ich komme dafür zu Ihnen in die Praxis oder Klinik und schule das Therapeutenteam vor Ort an der bereits bestehenden Kletterwand. Dann können Sie die Inhalte und den Umfang natürlich wünschen («Inhouse-schulung»). Dafür kontaktieren Sie mich einfach direkt.

«Positiv: Abwechslung Theorie-Praxis. V.a. Selbsterfahrungsübungen machten richtig Spass. Super Mix aus Praktikabilität, Analyse, Theorie, Evidenz.» G, Physiotherapeutin

«Anwendbarkeit: ich kann mir dank den vielen Übungsvorschlägen viele Anwendungen/Möglichkeiten vorstellen und freue mich schon aufs Ausprobieren.» S, Physiotherapeutin

«Gruppengrösse: sehr schön, einmal in einer Kleingruppe zu sein.» M., Ergotherapeutin

«Lehrreich, spannend, sympathisch, abwechslungsreich.» M. Physiotherapeutin

 

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